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7.1  Trotzphase

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7  | Kontinent der Konflikte

7.1 Trotzphase

 „Ich will aber“

 

 

Sobald die vierjährige Mia bei der Einkaufstour im Supermarkt bemerkt, dass der Einkauf nicht so verlaufen wird, wie sie sich das vorgestellt hat, beginnt sie zu quengeln. Mama und Papa scheinen nicht das in den Einkaufswagen zu legen, was sie sich wünscht. Wenn dann die Gefühle in Mia hoch kochen, entladen sich diese dort, wo sie sich gerade aufhält. Sie wirft sich auf den Boden und schreit und lässt dabei keine Anzeichen erkennen, dass sie mit dem eingetretenen Verhalten schnell wieder aufhören wird. Natürlich verlaufen solche Wutanfälle nicht ab, ohne dass sie die Aufmerksamkeit aller auf sich zieht. Dann versuchen ihre Eltern sie mit sanfter Stimme und erklärenden Worten zu beruhigen – ohne Chance.

Bis vor wenigen Wochen schien das eigene Kind etwas genügsamer. Ein „Nein“ wurde mehr oder weniger akzeptiert und mit einer kleinen Ablenkung wurden sich anbahnende Tränen schnell wieder im Keim erstickt. Doch in der Trotzphase angelangt, verhält sich das eigene Kind störrisch, wild, unvorhersehbar. Zwischen Boxattacken und Schreianfällen bewegt sich die Trotzphase in kindlicher Eigenmanier. In dieser Zeit treten bei den Eltern selbstverständlich Fragen auf:

  • Was führt zu dieser Veränderung im Verhalten?
  • Wie geht man mit der Trotzphase um und was bedeutet sie?
  • Haben wir etwas falsch gemacht?
  • Wie begegnet man einem wütenden und trotzenden Kind?

Nicht immer hat man sofort eine Antwort darauf parat. Vieles wird den Eltern klarer, wenn sie verstehen, dass dieses Verhalten Teil eines eigenen und normalen Entwicklungsschrittes ist und eine notwendige Entwicklungsphase einleitet.

Das Kind befindet sich in einem Zustand der Selbstbehauptung, der Widerstand ist dabei oft gegen die elterliche Entscheidungsmacht gerichtet. Die Trotzphase lebt davon, dass Kinder sich in einer Entwicklungszeit befinden, die sie in Richtung Selbständigkeit treibt, sie zumindest allmählich dazu bewegt Selbständigkeit zu entwickeln. Auch deshalb spricht man in der Entwicklungspsychologie nicht von einer Trotz-, sondern von der Autonomiephase.

Die Autonomiephase – die Ich-Entwicklung

Viele Entwicklungsverläufe im menschlichen Leben benötigen Reibung und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Die Autonomiephase hin zu immer mehr Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass Kinder nun alles allein tun wollen. Vielmehr zeigt sich, dass sich in ihnen nach und nach ein Gefühl zum eigenen Ich entwickelt. Zu bemerken, dass man eigene Gefühle und Vorstellungen besitzt, ist oft eine aufreibende Erfahrung für Kinder. Zu erleben, dass das, was man sich gedanklich vornimmt, durch die Entscheidungsmacht der Eltern verhindert wird und werden kann, zeigt, warum Emotionen sich in dieser Phase besonders schnell entladen. Das Kind will sich von dem Einfluss der Eltern befreien, zumindest von dem Einfluss auf manche seiner Wünsche und Vorstellungen zu elterlichen Entscheidungen. Doch ist diese Phase nicht allein ärgerlich für die Eltern, sondern auch für viele Kinder ein notwendiges Übel in ihrer Entwicklung. Hier lernen sie mit ihrem eigenen Frust umzugehen und gelangen zu vielfältigen Erfahrungen. Die Frustrationstoleranz wird in dieser Zeit mehrfach herausgefordert. Sie beschreibt die Stufe, ab der ich mich vollkommen in meinem Zorn, meiner Wut oder meiner Enttäuschung verliere. Um zu lernen, dass man seinen Zorn und seine Wut zügeln kann, muss man sich mit ihm bzw. ihr auseinandersetzen. Die eigenen Emotionen zu kontrollieren, Geduld zu bewahren, auch wenn die Bedürfnisse oder Wünsche nicht sofort erfüllt werden, ist in dieser Phase eine Schlüsselerfahrung für das Kind. Die Autonomie-/Trotzphase zeigt, dass das eigene „Ich“ mit zunehmendem Alter verstärkt als Teil der eigenen Identität wahrgenommen wird. In dieser Zeit pendeln Kinder zwischen dem Verständnis „Ich bin jemand mit eigenem Willen“ und den noch fehlenden sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten, um entsprechend diesem freien Willen zu handeln – dies führt zu Ärger.

Kinder im Kleinkindalter haben eigene große Ideen und Vorstellungen, die sie umsetzen wollen. Doch die Umsetzung scheitert häufig an der Entscheidung der Eltern, die ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. „Stopp, du willst doch nicht mit deinen neuen Hausschuhen zum Spielen raus!“ „Nein, die Süßigkeiten bleiben im Regal, die kaufen wir nicht.“

Der kindliche Eigenwille – ein Stück freier Wille erwacht

Jedes Kind entdeckt im Laufe der ersten Lebensjahre seinen eigenen freien Willen und lernt ihn als Ausdruck der eigenen Identität kennen. Dabei entdeckt es zugleich in gewisser Weise auch die Grenzen seines freien Willens und seiner Vorstellungen in der Interaktion mit den Eltern. Manchmal wollen Kinder ihr eigenes Bild, das sie sich von einer bestimmten Situation gemacht haben und das sie für zutreffend halten, nicht aufgeben. Daraus entsteht eine Konfliktsituation mit den Eltern, die zu Ärger und Frust führt. Im weiteren Verlauf werden Kinder versuchen ihren Willen durchzusetzen, was ein ganz natürlicher menschlicher Antrieb ist. Dabei ist die Wut, die dann entstehen kann, wenn der eigene Wille an dem der Eltern zerbricht, der Auslöser für Trotz und emotionale Talfahrten.
Deshalb ist dieser Schritt im Entwicklungsprozess für viele Kinder unumgänglich – auch für Eltern ist diese Phase ihrer gemeinsamen Zeit in ihrer Rolle als Eltern unumgänglich. Zwar unterscheiden Kinder sich oft stark darin, wie intensiv sie diese Phase ausleben, doch um einige kleine unvorhergesehene Trotzanfälle kommen die meisten Eltern dennoch nicht herum.

Das Nein

Wenn die Eltern die innere Gefühlswelt mit den eigenen Ideen und Vorstellungen des Kindes durcheinander bringen (müssen), da nicht jede Idee oder jede Beschäftigung des Kindes sich mit der jeweiligen Situation vereinbaren lässt, reagieren Kindern mit dem in der Autonomiephase zentralsten Gefühl: Wut.

Kinder erleben ein „Nein“ anders als wir vermuten.

Versucht man den kindlichen Eigensinn nachzuvollziehen, fehlt aus den Augen eines Erwachsenen oft die Sinnhaftigkeit hinter der kindlichen Überreaktion. Doch auch das Kind, das von einem unerfüllten Wunsch in schwer regulierbare Gefühlsausbrüche getrieben wird, fühlt sich in solchen Zuständen unwohl.

Kinder beziehen die nicht erfüllten Wünsche und Vorstellungen direkt auf sich und zeigen das durch den Ausdruck ihrer Gefühle. Die Kontrolle über die eigenen Gefühle muss im Umgang mit dem eigenen Willen und dem Verständnis der eigenen Gefühlslandschaft erlernt und erprobt werden. Denn das „Nein“ der Eltern erleben viele Kinder als Verneinung und Ablehnung ihrer ganzen Person. Die Äußerung ihrer Ideen, ihres Willens und ihrer Wünsche ist für Kinder immer ein Stück Offenbarung ihrer Identität.

Man könnte es auch wie folgt formulieren:

Kinder wollen ihre eigenen Vorstellungen und Entscheidungen nicht an die „Autorität“ der Eltern abgeben, wollen selbstbestimmt handeln und mitentscheiden. Sie versuchen demnach ihre Wünsche zu verteidigen. Sprachliche Ausdrücke des kindlichen Willens sind z.B. folgende:

  • „Gib mir das zurück“,
  • „Das ist meins“,
  • „Ich will das aber“,
  • „Ich will nicht“.

Kommt man den Aufforderungen seines Kindes dann nicht nach, scheint ein Wutausbruch vorprogrammiert und unausweichlich. Einige Umstände fließen in dieser Zeit zusammen:

  • die Ausbildung des eigenen „Selbst“.
  • das Kind erlebt seinen eigenen freien Willen.
  • Das Kind erlebt seine eigenen Wünsche/Pläne im Konflikt mit den Wünschen/Plänen seiner Mitmenschen.
  • Das Selbstwertgefühl ist noch unausgereift.
  • Die emotionale Kontrolle ist noch nicht ausgebildet beziehungsweise „trainiert“, um mit solchen Situationen souverän umgehen zu können.
Beginn der Trotzphase – ein wichtiger Entwicklungsschritt

Einige Kinder kommen bereits im dreizehnten Lebensmonat in die Trotzphase, während das klassische Trotzalter mit zwei bis drei Jahren erreicht ist.

Die Trotzphase verläuft individuell. Je nach Kind ist ein Gefühlsausbruch in dieser Zeit mehr oder weniger durch die Eltern „kontrollierbar“. Einen Stichtag, der Eltern gedanklich auf diese Zeit einstimmen könnte, gibt es nicht, denn auch hier spielen das Temperament und die Einzigartigkeit des Kindes eine übergeordnete Rolle. Auch in der Intensität, in der sie diese Phase ausleben, zeigen Kinder ganz unterschiedliche Verhaltensweisen. So gleicht das eine Kind einem leichten Unwetter und das andere riesigen Wirbelstürmen, die sich kaum beruhigen lassen.

Wie lange die Trotzphase anhält, hängt von vielen Faktoren ab, die jedoch kaum vorhergesagt werden können. Durch das Verständnis und den Umgang, den wir mit dem Kind gemeinsam finden wollen, setzen wir die besten Voraussetzungen, um gestärkt aus dieser Phase herauszutreten.

Eine der wenigen Vorhersagen, die man jedoch treffen darf, ist die, dass schüchterne und ruhige Kinder meist weniger intensiv trotzen als energische Kinder. Zum Ende des vierten Lebensjahres klingt in den meisten Fällen das Trotzen ab.

Auf den Punkt gebracht

  • Die Trotzphase heißt auch Autonomiephase, da sie den Wunsch nach Eigenständigkeit begleitet.
  • Kinder kommen in Berührung mit ihrem freien Willen, doch nicht jeder Wunsch, der aus ihm entspringt, wird durch die Eltern unterstützt.
  • Ausbrüche von Trotz, Wut und Ärger sind im Alter von dreizehn Monaten bis ins Kleinkindalter häufig anzutreffen und gehören mitunter zu einem normalen Entwicklungsverhalten.
  • Die in der Trotzphase entstehenden Gefühle von Hilflosigkeit sind auch für ein trotzendes Kind keine angenehmen Erfahrungen. Ihren Gefühlen sind sie selbst hilflos ausgeliefert, da erst mit zunehmender Erfahrung erlernt wird, wie man Emotionen kontrollieren kann.

Expertentipp

Susanne Sonnleitner

FamilyLab-Seminarleiterin, Familienpflegerin, Naturpädagogin, Elternseminare, Lebensbegleitung, Krisenmanagement

Bei einem Kind ändert sich zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr der Blick auf das eigene Selbst. Es beginnt, ein ‚Ich‘ zu entwickeln; es nimmt ebenfalls wahr, dass es ein ‚Du‘ gibt. Wenn es also ein ‚Ich‘ gibt, kann dieses ‚Ich‘ wirksam werden. Das ist eine sehr spannende Entwicklung für das Kind, denn gleich nach der Entdeckung des ‚Ichs‘ kommt das ‚Ich will‘ und eben auch ‚Ich will nicht‘, und ‚Ich will so oder so und vor allem alleine‘ . Das ist aus Kindersicht eine Revolution: Es kann etwas wollen und die Welt bewegen. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass das Feintuning zwischen körperlichen Fähigkeiten, Gedanken und Gefühlen (Emotionen) und der Umwelt noch nicht vollständig ausgebildet ist. Neben dem ‚Ich‘ taucht plötzlich eine Riesenwut auf und diese Diskrepanzen entlädt sich völlig unkontrolliert.

Was braucht so ein kleiner Mensch wohl in dieser Überforderung?
Einen verlässlichen Partner, der weder das ‚Ich will‘ unterdrückt noch die Wut abwertet, sondern der versteht, wie groß die Not und wie wichtig dieser Entwicklungsschritt ist.

Was geschieht mit uns, wenn wir unser ‚Ich will‘ abtrainiert bekommen?
Wir werden später Mühe haben, das, was wir wollen, auszudrücken. Wir werden uns vor unserer eigenen Wut fürchten, weil uns gespiegelt wurde, dass daran nichts richtig ist.

Es ist also wichtig zu verstehen, dass in der Trotzphase Lebensfähigkeiten entdeckt und geübt werden – nämlich, sich zu wagen, etwas zu wollen und das auch auszudrücken. Wie wohltuend sind Menschen, die wissen, was sie wollen, die dies formulieren und sich dann begeistert an die Umsetzung machen.

Was ist die Aufgabe als Elternteil?
Zu verstehen, zu begleiten, zu übersetzen und zu helfen, die Wut zu kultivieren, und zu lernen, dass diese Kraft per se nichts Destruktives hat. Im Gegenteil, das ist die Kraft, die uns voranbringt, die uns motiviert, unseren Weg zu gehen. Dazu benötigen wir ein gewisses Maß an Aggression. Vielleicht hat der ‚bockige Trotzkopf‘ einfach keine Lust, jetzt noch schnell was zu erledigen, wo er doch gerade so schön gespielt hat – nur, weil Mama/Papa die Zeit schlecht eingeteilt hat und er plötzlich funktionieren soll, wo sich ihm die Hektik gar nicht erschließt.

Selbstreflexion
Es ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, dir deine eigene Wut einmal genauer anzuschauen. Zu erforschen, welche Bilder, Verknüpfungen, Vorurteile, Ängste in dir angelegt sind und dich selber an diesem Punkt besser kennenzulernen. Bis dahin hat sich dein kleines Rumpelstilzchen vielleicht auch wieder beruhigt und schon begeistert das nächste ‚Ich will‘ entdeckt.

Vom Säugling zum Kleinkind

Anfänglich scheint das kindliche Verhalten noch verständlicher zu sein. Ein Säugling „ruft“ nach Mama und Papa, damit seine Bedürfnisse gestillt werden. Säuglinge lernen bereits zwischen dem fünften und neunten Lebensmonat, dass sie durch ihre Handlungen in ihren Eltern etwas „auslösen“ können. Der Wunsch nach Geborgenheit, Essen, Wärme oder einer trockenen Windel wird vom Säugling eingefordert und bestenfalls gleich befriedigt. Mit zunehmendem Alter wird das Verhalten jedoch ausgeweitet, die Sprache entwickelt sich und mit ihr die Möglichkeit seinen Gedanken, Vorstellungen und Wünschen Ausdruck zu verleihen.

Die frühe Sprachentwicklung

Die Sprachentwicklung des Kindes nimmt ab dem Alter von eineinhalb Jahren in den meisten Fällen rasant zu. In diesem Alter ist es nicht unüblich, dass sich Kinder bereits dem sogenannten „1. Fragealter“ nähern. Der Versuch mit geringem Wortschatz (ca. 50 Wörter anfänglich) seine Anliegen seinen Eltern vorzutragen, zeigt diese Bereitschaft, sich selbständig zu zeigen. Kinder haben einen noch geringen Wortschatz, der in vielerlei Hinsicht nicht ausreicht, um sich selbst ausreichend erklären zu können oder sich gedanklich mitzuteilen – beides wird auch in dieser Zeit erst erlernt.

PraxisBeispiel

 Ferdinand ist mittlerweile zweieinhalb Jahre alt. Miro, sein älterer Bruder, wird nächstes Jahr fünf. Ihm wohnt ein anderes Temperament inne als seinem jüngeren Bruder, sagen seine Eltern: „Er ist viel ruhiger“ geben sie an.

Ferdinand wird zu einem sich entladenden Wirbelsturm meist dann, wenn irgendetwas nicht so verläuft, wie er sich das gerade wünscht. Im Moment ist die Familie dabei den geplanten Ausflug zum Spielpark anzutreten. Zunächst scheint alles ruhig und nach Plan zu gehen, das Anziehen war kein Problem und der Morgen verlief auch ganz angenehm und ohne große emotionale Ausbrüche. Doch als Ferdinand gerufen wird, um seine Schuhe anzuziehen, bricht ein wilder Sturm von Zorn über die Familie herein. So richtig weiß niemand, wie man darauf reagieren soll – man kann ja die Wut nicht einmal nachvollziehen. Die Mutter von Ferdinand redet hilflos auf ihn ein:

„Du wolltest doch zum Spielplatz.“

„Jetzt stellʼ dich nicht so an – du sollst nur deine Schuhe anziehen.“

Kein Wort scheint zu ihm durchzudringen – Ferdinand ist wütend, sauer, trotzig. Warum das so ist, erschließt sich niemandem so richtig. Verwunderlich ist, dass der Gefühlssturm nach ein paar Minuten vorübergezogen ist, fast so schnell, wie er gekommen war. Ferdinand wischt sich die Tränen von den Wangen, zieht seine Schuhe an, lächelt und kuschelt sich an Mama, als wäre nie etwas geschehen.

„Wieso muss das immer mit so einem Ärger verlaufen?“, fragt ihn Ferdinands Mutter.

Wenn Ferdinand sich ausdrücken könnte, wie er sich fühlte, hätte er vielleicht Folgendes gesagt:

„Das war mir gerade einfach zu viel – die aufkommende Hektik, das Unbekannte vor mir – außerdem war ich gerade dabei meine Spielzeugautos aufzustellen. Ich lerne ja erst noch meine Emotionen und Impulse zu kontrollieren. Hilfʼ mir dabei, Mama!“

Bevor der Trotz beginnt sich zu entladen

Beobachtet man ein Kind vor einem Trotzanfall, zeigt sich, dass es meist mit einer bestimmten Idee, einem Spiel beschäftigt ist, das gerade nicht unterbrochen werden will. Dann beginnt die Eigenart des Trotzes seinen Lauf zu nehmen:

Das Kind fühlt die eigene Enttäuschung und den Frust über seinen eigenen emotionalen Teufelskreis. Gefühle brechen aus, meist noch aufgrund fehlender Impulskontrolle. Emotional aufgeladen zu sein, heißt, den Kontakt zu seiner Mitwelt zu verlieren – und selbst in einem angespannten Moment gefangen zu sein. Trotzmomente dürfen in keinem Machtkampf ausgetragen werden, denn sie sind nicht gegen irgendeine Person gerichtet, sondern sind meist das Zeichen von unkontrollierten Gefühlsausbrüchen, die mehrere Ursachen haben können:

  • Das eigene Spiel muss unterbrochen werden. Kinder werden in ihrem Vorhaben gestört.
  • Jemand möchte dem Kind ohne böse Absicht unter die Arme greifen.
  • Dem Kind gelingt etwas nicht (bspw. Turm aus Bauklötzen errichten).
  • Das Kind ist müde oder überreizt.

Das heißt, Trotz bedeutet nicht:

  • gegen die Eltern gerichtet zu sein im Sinne einer schlechten Eltern-Kind-Bindung,
  • die Eltern an der Nase herumführen zu wollen und ungehorsam zu sein,
  • die Autorität der Eltern missachten zu wollen.

Dennoch haben Kinder ein Gespür für die Unsicherheit ihrer Eltern oft auch dann, wenn die Situation nicht unpassender sein könnte. Ob bei Freunden oder beim Einkaufen, überall dort, wo Menschen sind, scheinen die Grenzen immer öfter ausgetestet werden zu wollen. Dies liegt unter anderem auch an den Reizen neuer Umgebungen wie dem Einkaufscenter mit seinen tausenden Verlockungen. Doch mit der richtigen Begleitung kann der Trotz meist auch dann seine Wirkung verlieren, wenn Kinder im Laufe der Entwicklung aus dem emotionalen Reifungsprozess herauswachsen und wichtige Erfahrungen im Umgang mit ihren Gefühlen machen.

Wenn das Kind etwas allein machen will, aber noch nicht kann
In den unterschiedlichsten Momenten kann ein Gefühl von „Ich will allein, aber kann noch nicht allein“ das Kind aus der Bahn werfen. Deshalb ist es in dieser Phase wichtig, die Selbständigkeit zuzulassen, die Kinder einfordern, wenn dies denn möglich ist.

Selbst anziehen, selbst entscheiden oder selbst essen

Da sich Kinder noch nicht sprachlich behaupten können, ihnen oft die richtige Herangehensweise fehlt, um sich auszudrücken und ihren Willen zu vermitteln, haben sie hin und wieder stürmische Gefühlsausbrüche. Auch deshalb können Rituale, wie wir sie im Kontinent der Kinder besprechen, für sie eine wichtige Hilfestellung sein. In Ritualen finden Kinder Orientierung und Struktur, die ihnen einen Rahmen zur eigenen Tagesgestaltung bieten kann. Die Besonderheit eines Rituals ist, dass Kinder bekannte Abläufe in wiederkehrenden Alltagssituationen wieder erleben und sich so viele Wutausbrüche vermeiden lassen. Dabei dürfen Eltern nicht vergessen, dass sich das Kind in dieser Zeit nicht vornimmt, jemandem auf der Nase herumzutanzen. Kinder tun sich oft in dieser Zeit selbst schwer und ihre Wut und ihr Zorn ist kein „Spiel um Recht“ oder eine böse Absicht. Den eigenen Willen zu erproben ist ein notwendiger Entwicklungs- und Lernprozess, der Erfahrung und Selbstkontrolle erfordert, die ein Kind noch nicht hat. Kinder unter drei Jahren sind dabei einer Besonderheit unterworfen: Sie sind stark ich-bezogen und können die Folgen und Konsequenzen ihrer eigenen Handlungen noch nicht richtig erfassen und einschätzen. Dies heißt, dass sie beispielsweise kein umfassendes Verständnis darüber haben, dass ihnen z. B. etwas nicht gehört, sondern einem anderen Kind. Diese Situation ist ein Pulverfass für Trotz. Genauso wenig können sie Verbote einordnen, die die Erwachsenen vorgeben – der Reifeprozess (Entwicklung/Gehirn) braucht Zeit, damit sich das Kind aus der eigenen Perspektive lösen kann.

Auf den Punkt gebracht

Was nun für Eltern hilfreich ist, zeigen alle folgenden Bausteine. Wie man eine solche Phase am besten begleitet, ist von Situation zu Situation und von Kind zu Kind durchaus unterschiedlich zu bewerten. Manchmal ist Konsequenz, ein klares Nein, manchmal verständnisvolles Nachgeben, die richtige Vorgehensweise. Wir haben die wichtigsten Anhaltspunkte für Sie zusammengefasst und am Ende noch ein paar wichtige Ratschläge von Experten aufgeführt, in welchen Sie hilfreiche Wegweiser kennenlernen:

Nach jedem Gewitter kommt die Sonne heraus.

Was tun bei spontanen Trotzanfällen – eine Anleitung

  1. Achten Sie darauf, dass sich bei einem Wutausbruch das Kind nicht in seiner Rage verletzt. Solche Ausbrüche können durchaus stürmisch werden.
  2. Bleiben Sie in der Nähe ihres Kindes und versuchen Sie ruhig zu bleiben. Manchen Kindern hilft es dabei, wenn Sie Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen haben, anderen Kindern ist es lieber nicht berührt zu werden. Wichtig für beide ist es, eine Botschaft zu spüren: „Ich bin bei dir, ich habe dich lieb.“ (Wut wird nicht mit Wut bekämpft.)
  3. Wenn Emotionen hoch kochen, ist der moralische Zeigefinger unangebracht. Auf sein Kind einzureden, wird meistens ohne Erfolg bleiben und führt in einen Teufelskreis.
  4. Vielmehr sollte Ruhe bewahrt werden, sprich nicht schreien, schimpfen oder eine Diskussion eröffnen.
  5. Sanfte Worte nach dem ersten Ausbruch werden dem Kind zeigen, dass Sie füreinander da sind.
  6. Der Anfall sollte nicht unnötig aufgebauscht werden, sprich kein übermäßiges Dramatisieren. Oft ist die Aufmerksamkeit, die das Problem erfährt, der Treibstoff für weitere Versuche mit Trotz und Wut blind auf überfordernde Situationen zu reagieren.
  7. Wutanfälle sollten Sie niemals persönlich nehmen. Vielen Eltern geht es in solchen Situationen ähnlich. Machen Sie sich klar, dass Trotzanfälle nichts mit schlechter Erziehung vonseiten der Eltern zu tun haben.
  8. Schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen und Liebe. Kein Kind will seine Eltern aus boshafter Absicht heraus ärgern.

Wie Sie sehen, sind Trotzanfälle im Moment ihrer Entstehung nur durch eine innere Haltung lösbar. Viel mehr als eine direkte Lösung helfen generelle Einstellungen und vorausschauendes Handeln. Wir wollen im Folgenden darauf eingehen, welche Möglichkeiten es in der Trotzphase gibt, die den Eltern helfen diese Zeit leichter zu gestalten.

Bis hierher haben wir viele Erkenntnisse angesprochen und möchten Ihnen weitere wichtige Ratschläge von unseren Experten mit auf den Weg geben.

Wunsch nach Autonomie und Emotionsregulation
Zwischen Freiheit und Unterstützung sucht die Trotzphase ihre Balance. So werden mehrere Wahlmöglichkeiten und ein Minimum an Grenzen und Regeln eine wichtige Voraussetzung, um das eigene Kind in die eine sowie in die andere Richtung durch diese Phase zu begleiten. Der Wunsch nach Eigenständigkeit ist das Ergebnis eines Entwicklungsschritts und beim Übergang zu einem selbstregulierenden Verhalten der aufstrebenden Gefühle suchen Kinder Hilfe bei ihren Eltern. Übermäßige Strafen und Kontrollen verhindern das aufstrebende Gefühl von Selbständigkeit.

Liebe und Respekt
Viele Eltern fühlen sich in dieser Phase den Wutanfällen ihres Kindes hilflos ausgeliefert. Auch wenn es meist schwer fällt, so ist das wichtigste Gebot im Umgang mit dem Gefühlsausbruch des Kindes ruhig zu bleiben. Erklärende Maßnahmen scheitern meist, dennoch müssen Sie keinen unnötigen Wünschen nachgeben. Geben Sie zu oft nach, lernt das Kind, dass der Trotz eine Strategie ist, mit deren Hilfe es an sein Ziel kommt. Auch in der Wut brauchen Kinder die Erfahrung angenommen und geliebt zu werden.
„Du darfst deine Wut zeigen, ich behandle dich trotzdem liebevoll. Sprechen Sie über die Wünsche des Kindes, respektieren Sie dessen Vorstellungen, doch zeigen Sie auch, dass nicht allen Wünschen und Vorstellungen entsprochen wird/werden kann. Zumal ein Grund für Wut auch ist, wenn das Kind von etwas zu viel hat, wie beispielsweise an einem Einkaufstag in der Stadt, wenn es trotzig ist, weil es lieber nach Hause möchte. Überforderung und zu viele äußere Reize können dazu führen, dass sich der Trotz verstärkt – dann ist es meist besser den Tag anders zu planen.

Liebe heißt, dass das Kind sich verstanden fühlt.
Respekt heißt, dass es sein Gesicht nicht verliert.

Diese emotionalen Ausbrüche durchlebt auch das Kind als unangenehme, unkontrollierbare Wut. Sie sind nicht Zeichen einer Entwicklungsstörung, sondern stehen für einen natürlichen Entwicklungsschritt.

Vergeben und Verzeihen

Viel wichtiger für Kinder ist es in solchen Situationen Liebe und Respekt zu erfahren und die Möglichkeit zur Versöhnung zu bekommen. Bestrafungen sind nicht zu empfehlen und zeigen nicht die gewünschte Wirkung. Sie führen meist in eine Abwärtsspirale, was bedeutet, dass ein Wutausbruch dem anderen folgt. Sie werden bemerken, dass im Nachgang meist alles ganz schnell wieder gut ist. Der psychische Ausnahmezustand sucht danach wieder seine Versöhnung und so werden folgende Fragen zur wichtigen Hilfestellung:

  • Wie reagieren wir in emotional belastenden Situationen?
  • Wie finden wir aus ihnen heraus?
  • Wie verhalten wir uns nach einem Trotzanfall?
  • Ist die Möglichkeit der Versöhnung gegeben?
Grenzen austesten und Familienregeln definieren

Es liegt in der Natur des Kindes seine Grenzen auszutesten. Dass Eltern Grenzen setzen, ist dabei unerlässlich für diese Entwicklungsphase. Das „Nein“ ist genauso essenziell wichtig wie das „Ja“. Eltern müssen sich klar machen, was sie für ihr Kind wollen. Die Orientierung, die Eltern durch ihr eigenes Verhalten ihren Kindern geben, hilft ihnen oft dabei ihren Trotz zu kontrollieren. Naschen darf man einmal am Tag und nach dem Essen werden die Hände gewaschen. Sind Eltern selbst inkonsequent und unsicher bei der Einhaltung ihrer eigenen Regeln, spüren Kinder dies und übernehmen dann gern die Führung. Die Regeln müssen natürlich kindgerecht und transparent sein. Kinder können die Konsequenzen ihres eigenen Handelns nicht überblicken, dafür brauchen sie die Erwachsenen oder älteren Geschwister als Orientierung und Vorbild. Grenzen geben Kindern Schutz, Orientierung und Sicherheit. Erwachsene können Kindern zeigen, dass sie ihren Willen, ihre Gefühle hören, sehen und respektieren und sie gleichzeitig anleiten. Diese Führungsstärke gibt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit.

Die Grenzerfahrungen, die Kinder innerhalb der Trotzphase erleben, ist ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung. In dieser lernen sie, dass es nicht die Gefühlsausbrüche und der Trotz sind, mit dem sie ihr Ziel erreichen, sondern durch Argumente und Verhandlungen.

Welches Verhalten führt zu welchem Ziel?

Die meisten Kinder verstehen allerdings nach kurzer Zeit ziemlich genau, was passiert, wenn die Eltern unter Stress geraten und der Wut oder dem Trotz nachgeben – sie bekommen ihren Wunsch erfüllt. Denn in den allermeisten Fällen ist die Lautstärke des Geschreis, der Druck, den sie auf ihre Eltern ausüben. Um diesem Druck standzuhalten, bedarf es hin und wieder starker Nerven. Genau deswegen ist es auch in Ordnung und völlig normal, wenn man dem Trotz seines Kindes auch einmal nachgibt. Dabei muss sich kein Elternteil als falsch handelnd ermahnen lassen. Dennoch ist eine generelle klare Linie zu empfehlen, die für das Kind einsehbar ist. Lernen Kinder in schwachen Momenten folgende Lektion, können Eltern davon ausgehen, dass sich (auf Dauer) eine entscheidende Vorstellung im Kind festsetzt:

„Wer nur lange genug quengelt, schreit und lautstark weint, bekommt am Ende, was er möchte.“

Das gilt es zu vermeiden. Jedoch ist es je nach Situation oder Wunsch teilweise ganz natürlich, teilweise verständlich, dass man einer Sache, der man nicht unbedingt nachgeben wollte, auch mal nachgibt.

Vorausschauendes Handeln

Ungünstig ist es, ein Kind aus einem Spiel heraus zu reißen, in das es sich vertieft hat, ohne dies vorher anzukündigen. Deshalb ist es wichtig, das Kind immer mindestens einmal vorzuwarnen. Es hilft, Abläufe anzukündigen und diese zu besprechen: „Wir ziehen uns jetzt an, dann suchen wir unsere Sachen zusammen und dann geht’s los.“ Kurze, klare Ansagen, was die Aufgabe des Kindes ist, helfen ebenfalls: „Räume bitte jetzt xy weg.“ Dabei ist es effektiv, sich auf Augenhöhe mit dem Kind zu begeben, Körperkontakt zu suchen und sich zu vergewissern, dass Sie als Eltern verstanden worden sind. Wenn das Kind nicht hört, wäre eine mögliche Maßnahme, mit einer klaren und deutlichen Botschaft auf das Kind zuzugehen, es an die Hand zu nehmen und die Handlung gemeinsam durchzuführen. Beispiel: „Wenn du dich jetzt ganz schnell ausziehst, haben wir genug Zeit und du kannst dir auch ein längeres Buch zum Vorlesen aussuchen.“ Hilfreich ist es, Zusammenhänge und Entscheidungen zu erklären. Zum Beispiel: „Wir räumen jetzt auf, damit wir morgen alles wieder finden und nichts verloren geht.“ Nachvollziehbare Inhalte lassen sich leichter umsetzen, es entsteht weniger Widerstand.

Beobachten Sie Ihr Kind:

  • In welchen Situationen beginnt der Trotz?
  • Lassen sich diese vermeiden?
  • Brauchen wir mehr Routine, d. h. geregelte und bekannte Tagesabläufe für mehr Orientierung und Sicherheit?
Wünsche artikulieren Lernen – ein wichtiger Schritt zum friedlichen Miteinander

Kinder wollen lernen ihre Emotionen zu kontrollieren, ihren freien Willen, ihre Wünsche und Vorstellungen zu artikulieren, mitzuteilen und zu verhandeln. Denn klar ist, dass sie das Leben nicht so führen wollen, dass nach jedem „ich will“ oder „ich will nicht wie du willst“ ein Drama entsteht und alle wütend werden. Im sozialen Umgang mit seinem Mitmenschen gilt es zu verstehen, dass auch andere Menschen ihre Grenzen und Vorstellungen haben und man sich auf gemeinsame einigen kann, ohne dass es dabei zu unlösbaren Konflikten und Frust kommen muss. Wo es möglich ist, sollten Eltern versuchen ihr Kind dazu ermutigen seine Vorstellungen zu äußern und ihm beizubringen, dass es in seiner Entwicklung hin zum eigenen Ich mit eigenen Wünschen ernst genommen wird. Das würde der Rolle eines trotzenden Kindes, das seinen Willen verstanden wissen möchte, gerecht werden.

Je älter Kinder werden und versierter der sprachliche Austausch wird, desto vielfältiger können sie sich darin üben. Man kann sich Kindern ziemlich früh, auch oft vor den Trotzphasen, zu verstehen geben, dass sie ihre Vorstellungen und Wünsche anmelden und kommunizieren sollen. Darin sollte man zeigen, dass ein „ich möchte“ weitaus zielführender ist als ein „ich will, ich will, ich will“. Bei einem „ich möchte“ gibt es vielleicht sogar mal einen Gegenvorschlag vonseiten der Eltern – diese Erkenntnisse helfen auch Kindern, jedoch meist nicht vor dem dritten Lebensjahr.

  • Die richtige Botschaft senden

Diese Phase lebt von Trost, Verständnis und dem richtigen Umgang. Vorwürfe im Moment eines „Ausbruchs“ haben keine besondere Wirkung, allein deshalb, da der „Anfall“ voller Emotionen ist, die im Moment, in dem sie entstehen, keine klaren Gedanken zulassen. Helfen Sie Ihrem Kind seine eigenen Gefühle zu verstehen. Ihr Kind lernt auch weiterhin durch die Beobachtung und Nachahmung von Ihnen. Lernen am Modell (am Vorbild) ist immer eine starke Lernquelle für Kinder. Lassen Sie nicht zu, dass auf Trotz mit Trotz reagiert wird.

Bleiben meine Eltern ruhig und gelassen?

Vorsicht vor Verhaltensweisen, die zu einem Dauerzustand von Ihrer Seite aus werden, wie abwertende negative Rückmeldungen.

Falls Sie selbst wütend werden, nehmen Sie sich eine Pause. Sprechen Sie bewusst zu sich selbst und geben Sie sich Raum zum Durchatmen. Lösungen gibt es in der Wut nicht. Kinder eignen sich an, was sie an Verhaltensstrategien in ihrer Umwelt beobachten – werden sie unnötig getadelt, führt dies in dieser Phase nicht zum gewünschten Erfolg.

Fazit

Fast jedes Kind muss diese Reise gemeinsam mit seinen Eltern durchlaufen, die Belastungen, die dabei auf Kind und Eltern ruhen, sind selbstredend nicht immer einfach zu ertragen.

Die Trotzphase ist zwar immer mehr oder weniger anstrengend und extrem, doch sie hat auch ihr Ende. Wichtig zu wissen ist dabei, dass diese Phase nicht einfach von heute auf morgen endet. In dieser Zeit muss ein Verständnis in Eltern und Kindern wachsen – ein Verständnis über Verantwortung, Mitentscheidung und den richtigen Umgang mit Gefühlen und Verhaltensweisen. Unbändige Wut, stetiger Trotz und aggressives Verhalten, mit viele Eltern in dieser Zeit konfrontiert sind, will aus Augen eines Kindes verstanden und kontrolliert werden. Dafür stehen Eltern ihren Kindern zur Seite, um das „Ich will aber“ in ein kontrolliertes Maß zu bewegen. Lernt ein Kind seinen Trotz nicht gemeinsam mit den Eltern zu kontrollieren, kann es sein, dass trotziges Verhalten in seinem Leben ein ständiger Begleiter bleibt, mit dem der eigene Wille gerechtfertigt wird. Um aus der Trotzphase unversehrt herauszukommen, benötigt jedes Kind emotionale Sicherheit, ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit, die dadurch entstehen, dass zwischen Eltern und Kind die Bindung stärker und intensiver ist als jeder Ärger.

Filipp, S.-H. (1990): Kritische Lebensereignisse. München: Psychologie Verlagsunion.

Lieberman, A. F .: Ein kleiner Mensch. Das Gefühlsleben des Kindes in den ersten drei Jahren.

Rowohlt, Reinbek 1995. Ratgeber für Eltern

Papouçek, M. et al.: Regulationsstörungen in der frühen Kindheit. Frühe Risiken und Hilfen im Entwicklungskontext der Eltern-Kind-Beziehungen. KBT Huber & Partner, Wörth 2007, 3. Auflage.

awrence W. Sherman: Defiance, Deterrence, and Irrelevance: A Theory of the Criminal Sanction. In: Journal of Research in Crime and Delinquency. Band 30, Nr. 4, 1993, S. 445–473 (englisch).

Hans H. Studt, Henning Mast: Zur Ätiopathogenese der Colitis Ulcerosa und des Morbus Crohn. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 1986, S. 45 (Online bei springer.com [PDF]).

Christoph SteinebachEntwicklungspsychologie. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-608-91029-2, S. 20 (bei Google Books).

Hanns M. Trautner: Lehrbuch der Entwicklungspsychologie. Theorien und Befunde. 2. Auflage. Band 2. Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen; Bern; Toronto; Seattle 1997, ISBN 978-3-8017-0260-1 (Ausschnitt bei Google Books)

Nico Mayer, Christina Honecker, Roman Jeltsch, Ulrike Breier: Analyse von Christa Meves – Ordnungsvorstellung – Am Beispiel des Jugendbildes –. (PDF160KB) In: Grundkursarbeit. Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, 2004, S. 7, abgerufen am 20. Mai 2019.

Karl Schmeing: Reifungsstufen der kindlich-jugendlichen Entwicklung. Biologische, psychologische und soziologische Problematik. In: Bildung und Erziehung. Band 5. Böhlau Verlag, 1952, ISSN 2194-3834, S. 568–572, doi:10.7788/bue-1952-jg80 (bei de Gruyter [abgerufen am 20. Mai 2019]).

Susanne Wied, Angelika Warmbrunn: Pschyrembel® Wörterbuch Pflege. Verlag Walter de Gruyter, Berlin, New York 2013, ISBN 978-3-11-016948-5, S. 532 (bei Google Books).

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